Borda
Borda
Lia Rodrigues
- 15. Mai 2026, 20:00
- 16. Mai 2026, 20:00
Tanz, 70 Minuten, ab 12 Jahren
„Borda“ steht im Portugiesischen für Grenze, aber auch für Stickerei, Saum oder Schwelle. Aus diesem vielschichtigen Wort entfaltet die Choreografin Lia Rodrigues ein Werk, das Grenze nicht als feste Linie begreift, sondern als Raum: durchlässig, beweglich, porös.
Hier entsteht ein Dazwischen, das trennt und zugleich verbindet – ein Gefüge aus Übergängen, in dem sich Körper, Bilder und Bedeutungen ineinander verweben. Neun Tänzer*innen bevölkern diesen Raum zwischen Stoffen, Plastikplanen, bestickten Kostümen und wiederverwendeten Requisiten – ein lebendiges Archiv aus 35 Jahren Bühnenarbeit. Ihre Körper verwandeln sich, finden in flüchtigen Figuren zueinander und lösen sich wieder auf.
So verschiebt sich Realität, öffnet sich ins Mögliche, ins Vorgestellte – wie in einem Traum ohne klare Ränder. Aus einfachen, recycelten Materialien wächst eine immer dichtere, farbigere Bilderwelt, in der sich Fragmente verbinden und neu ordnen.
Seit Jahrzehnten verbindet Rodrigues kĂĽnstlerischen Anspruch mit politischem Bewusstsein: Tanz ist fĂĽr sie eine grundlegende Form menschlicher Bildung und Gemeinschaft. Borda ist dabei das dritte und abschlieĂźende Werk eines Triptychons, das mit FĂşria und Encantado begann.
Was trennt uns wirklich voneinander? Und welche Räume öffnen sich, wenn wir Trennlinien nicht länger als feste Grenzen begreifen, sondern als Schwellen – Orte, die wir überschreiten, teilen und gemeinsam neu erfinden?
Bitte beachten Sie, dass Sie über unseren Webshop ausschließlich Tickets für den Ausflug nach Metz am 16. Mai mit dem Besuch von „Borda“ erwerben können. Wenn Sie „Borda“ am 15. Mai besuchen möchten oder nicht am gesamten Ausflug nach Metz teilnehmen wollen, können Sie Ihre Tickets direkt über den Webshop des Passages Transfestival kaufen.
Lia Rodrigues wurde 1956 in São Paulo geboren, wo sie klassischen Balletttanz sowie Geschichte studierte. In den 1970er Jahren beteiligte sie sich an der zeitgenössischen Tanzbewegung in São Paulo. Von 1980 bis 1982 lebte sie in Frankreich und arbeitete in der Compagnie von Maguy Marin. 1990 gründete sie in Rio de Janeiro die Lia Rodrigues Companhia de Danças, 1992 folgte die Gründung des Panorama Festivals. Seit 2004 engagiert sich ihre Compagnie in künstlerischen und pädagogischen Initiativen in der Favela da Maré in Rio de Janeiro. Rodrigues ist assoziierte Künstlerin des Centquatre-Paris sowie weiterer bedeutender Institutionen wie der Maison de la Danse in Lyon und des Théâtre national de Chaillot. Im Laufe ihres Werdegangs hat sie sich neben dem künstlerischen Schaffen auch der Vermittlung durch Workshops und Seminare gewidmet und versteht ihre Arbeit als Verbindung von Kunst und soziopolitischem Engagement. Für ihr Werk wurde sie u. a. mit dem Prince Claus Award, dem Prix Chorégraphie der SACD sowie mit dem Chevalier und später dem Officier de l’Ordre des Arts et des Lettres ausgezeichnet. 2019 wurde sie vom Tanz Magazin zur Choreografin des Jahres gewählt, 2020 erhielt sie den Preis der Tanzkritik als „Choreografische Persönlichkeit“.
Mit der UnterstĂĽtzung von
In Kooperation mit
Ort
Besetzung
Von Lia Rodrigues In Zusammenarbeit mit Leonardo Nunes, Valentina Fittipaldi, Andrey da Silva, David Abreu, Raquel Alexandre, Daline Ribeiro, João Alves, Cayo Almeida, Vitor de Abreu Assistenz Amalia Lima Dramaturgie Silvia Soter Künstlerische Mitarbeit und Bilder Sammi Landweer Lichtgestaltung Nicolas Boudier Technische Leitung und Beleuchtung Magali Foubert Musik Miguel Bevilacqua – aus Auszügen von Aufnahmen, die 1938 im Norden Brasiliens von der durch den Schriftsteller und Intellektuellen Mario de Andrade ins Leben gerufenden „Mission zur Erforschung der Volkskultur“ gemacht wurden/ Auszug aus dem rechtefreien Musikstück „Amor Amor Amor“, das zum Repertoire des brasilianischen dramatischen Tanzes „Cavalo Marinho“ gehört, interpretiert von Luiz Paixão Mischung und Mastering Ronaldo Gonçalves Leitung Verwaltung, Produktion und Vertrieb Colette de Turville Beauftragte für Produktion und Vertrieb Astrid Toledo Produktion und Vertrieb Brasilien Gabi Gonçalves / Corpo Rastreado Sekretariat und Verwaltung Brasilien Gloria Laureano Logistische Unterstützung Centro de Artes de Maré, Sendy Silva Dozent*innen Amalia Lima, Leonardo Nunes, Valentina Fittipaldi, Andrey Silva Kostümbild Lia Rodrigues Companhia de Danças Schneiderin Antonia Jardilino de Paiva Danksagungen Thérèse Barbanel, Corpo Rastreado, Inês Assumpção, Luiz Assumpção, Diana Nassif, das Team des Centro de Artes da Maré, Jacques Segueilla Widmung Max Nassif Earp
Produktion
Produktion Lia Rodrigues Companhia de Danças Koproduktion Kunstenfestivaldesarts Bruxelles, Maison de la danse PĂ´le europĂ©en de crĂ©ation en soutien Ă la Biennale de Lyon, Chaillot Théâtre National de la Danse Paris, Le CENTQUATRE Paris, Festival d’Automne Ă Paris, Wiener Festwochen, La Bâtie – Festival de Genève – ComĂ©die de Genève, Romaeuropa Rome, PACT Zollverein Essen, One Dance Festival Plovdiv, Theater Freiburg, Muffatwerk MĂĽnchen, Passages Transfestival Metz, Festival Perspectives SaarbrĂĽcken, Le Parvis scène nationale Tarbes-PyrĂ©nĂ©es, Tanz im August Berlin, HAU Hebbel am Ufer Berlin, Théâtre Garonne scène europĂ©enne Toulouse, Le Lieu Unique, Scène nationale de Nantes Residenz La Libre Usine Mit der UnterstĂĽtzung von Redes da MarĂ© und Centro de Artes da MarĂ©
Lia Rodrigues ist „Artiste internationale associée“ beim CENTQUATRE-PARIS und in der Maison de la danse Pôle européen de création en soutien à la Biennale de Lyon