Work

Compagnie Claudio Stellato

In einer ungewöhnlichen Bastlerwerkstatt, die schon bald zu einer Baustelle mutieren wird, sind vier Personen schwer mit Holzbrettern, Schaufeln, Hämmern und Nägeln beschäftigt und verrichten mit entschlossenen Mienen gewissenhaft und in koordiniertem Takt ihre Arbeiten. Bei diesem herrlich absurden Ballett ist jede einzelne Tätigkeit ihrer eigentlichen Funktion beraubt. Jede Bewegung wird bis zur Erschöpfung durch alle erdenklichen physischen und rhythmischen Möglichkeiten dekliniert, was dieser Performance einen durch und durch komischen Anstrich verleiht.

Work spielt in einer Welt, in der alles, wirklich alles, möglich zu sein scheint. Hier steigt man auf mehr oder weniger geeignete Weise durch Mauern, nur um irgendwo hängen zu bleiben. Was auch immer Claudio Stellato gerade einfällt, um das Bühnenbild nach seinem Gusto umzubauen, die Fantasie und Kreativität des Künstlers kennt keine Grenzen. So gelangen wir von einer unerwarteten Szene in die nächste, bei steigendem Tempo.

In einem Bühnenbild, das sich unter den Schlägen der Hämmer und den Güssen aus Farbeimern von Minute zu Minute verwandelt, weilen die handwerkenden Künstler*innen und bauarbeitenden Akrobat*innen wie in einem Tableau vivant, in dem sich ständig neue Konstellationen bilden. In diesem perfekt abgestimmten Chaos hat jede Figur ihre eigene Choreografie. Work inszeniert das Arbeiten mit Rohmaterial. Das Stück kommt ohne Worte aus, dafür lässt es Raum für harmonisch arrangierte Baustellensounds und ausdrucksvolle Blickwechsel. Nie zuvor war die Kunst des Werkens dem Tanz so nah, dem Zirkus, der Musik, der bildenden Kunst!

Claudio Stellato stammt aus Mailand und lebt in Brüssel. Er gehört zu den international auftretenden multidisziplinären Künstler*innen, die sich in keine Schublade stecken lassen. Er hat eine Ausbildung in Straßentheaterkunst, Zirkus und Tanz absolviert und interessiert sich besonders für die Beziehung zwischen Körper und Gegenstand. In Work, seinem dritten Stück nach L’Autre (2011) und La Cosa (2015, Kritikerpreis Bestes Zirkusstück in Belgien) vertieft er seine Recherchen und beginnt, sich mehr und mehr mit der Beziehung zwischen menschlichem Körper und Materie auseinanderzusetzen. So entsteht diese ungewöhnliche, mit Überraschungen gespickte Performance.
 


Dank an

Physical Theater
04.06.2022 20:00

05.06.2022 20:00
Alte Feuerwache, Saarbrücken
50 min.
ab 7 Jahren
ohne Worte
22,00 € / 13,00 €

Mit Joris Baltz, Oscar de Nova de la Fuente, Mathieu Delangle, Caroline Mas
Technik Emilien Borel
Konzept, Regie Claudio Stellato

Produktion Compagnie Claudio Stellato
Koproduktion Les Halles de Schaerbeek, Bruxelles / Théâtre National, Brüssel / Charleroi danse – Centre choréographique de Wallonie-Bruxelles / La Verrerie d’Alès – Pôle National Cirque Occitanie / Theater op de Markt – Provinciaal Domein Dommelhof / c-takt, Pelt / Scène Nationale Carré-Colonnes, Saint-Médard-en-Jalles / Les Ateliers Frappaz – CNAREP, Villeurbanne / La Brèche – PNAC Normandie, Cherbourg / L’échangeur – CDCN Hauts-de-France, Château-Thierry / Le Moulin Du Roc – Scène Nationale, Niort / Compagnie Volubilis / Pronomade(s) en Haute-Garonne – CNAREP, Encausse-les-Thermes / Espace Pluriels – Scène Conventionnée Danse, Pau / La SACD au Festival d’Avignon / Programme Europe Créative dans le cadre du projet SOURCE / Fédération Wallonie-Bruxelles
Mit der Unterstützung von Les Quinconces – L’Espal, Scène Nationale du Mans / Le Château de Monthelon, Montréal (FR) / Lieux publics – CNAREP, Marseille / Compagnie Les Marches de l’Été