Vies de papier

La Bande Passante

Es packt einen und lässt einen nicht mehr los. Tommy Laszlo ging es so, als er es entdeckte, und uns Zuschauern ebenfalls: das geheimnisvolle Fotoalbum vom Trödelmarkt! Ein zufälliger Fund, der sich als ein vielleicht lebensveränderndes Geschenk entpuppt. Und zwar für alle, die einen Blick hineinwerfen und die darin verborgene Geschichte kennenlernen dürfen. Benoit Faivre und Tommy Laszlo präsentieren uns in Vies de papier ein zunächst harmlos wirkendes Album einer Frau, die einen Teil ihrer Kindheit in Deutschland vor dem Zweiten Weltkrieg verbracht hat. Es bildet die Grundlage für ein kluges Stück, das von Minute zu Minute vielschichtiger wird, das lose Erzählstränge künstlerisch miteinander verwebt und historische Verbindungen knüpft, das immer persönlicher und intensiver wird und einen schließlich tief berührt entlässt.

Wichtige und schöne Momente aus dem Leben dieser Frau von ihrer Geburt bis ins Erwachsenenalter hält das aufwändig gestaltete Album fest. Das Künstlerduo entschließt sich, mehr über dieses ihnen in die Hände gefallene Leben herauszufinden – aber wieso eigentlich? Im Laufe ihrer Recherchen, bei denen der Zuschauer die beiden begleiten darf, wird langsam immer deutlicher, dass dieses vergangene Frauenleben so manche Parallelen zum Leben der Künstler aufweist, und je mehr sie dort eintauchen, desto mehr Verbindungen werden offenbar. Einige der Rätsel, die die Fotos, Aufschriften, Schnipsel und eingeklebten Postkarten aufgaben, werden gelöst, einige Fragen bleiben offen – sie treiben uns um und haken sich im Gedächtnis fest. Leise, sensibel und äußerst respektvoll betrachtet dieses dokumentarische Objekttheater die Lebensgeschichte einer Fremden, die uns am Ende nahekommt.

 

Biografien

Biografie La Bande Passante
Biografie Tommy Laszlo
Biografie Benoit Faivre

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Dokumentarisches Objekttheater