Versuch über das Sterben
Versuch über das Sterben
Boris Nikitin
- 24. Mai 2026, 20:30
- 25. Mai 2026, 16:00
Theater, 60 Minuten, ab 14 Jahren, in deutscher Sprache mit französischer Übertitelung
Vom Leben erzählen, indem man vom Sterben spricht: Ein Jahr nach dem Tod seines Vaters schreibt Boris Nikitin dessen Krankheitsgeschichte auf, um sie daraufhin in einem intimen Theaterabend auf die Bühne zu bringen. Das Stück des Schweizer Regisseurs und Autors ist ein ruhiges Solo. Er sitzt alleine auf der leeren Bühne und liest konzentriert – überraschend nüchtern und trotzdem emotional.
Boris Nikitins Vater ist an ALS erkrankt, einer unheilbaren Nervenkrankheit, deren Verlauf sicher tödlich ist. Früh vertraut er sich seinem Sohn an und teilt ihm mit, dass er einen assistierten Suizid in Erwägung zieht.
Nikitin zieht eine Parallele zwischen dem Mut seines Vaters, diesen Wunsch offen zu äußern, und seinem eigenen Mut zum Coming Out. Das Stück ist ein radikales Solo über die Frage, was es bedeutet, das Private öffentlich zu machen und sich damit verletzlich zu zeigen. So wird Versuch über das Sterben zu einer sehr persönlichen Auseinandersetzung mit Schamgrenzen und ihrer Überwindung.
Mit Versuch über das Sterben bringt Nikitin erstmals seine eigene Biografie auf die Bühne. Oft geht es in Nikitins Arbeiten um die Frage, wie wir Wirklichkeiten und Identitäten herstellen, indem wir sie darstellen. Er ist sich dabei der fließenden Übergänge von dokumentarischer Form zu fiktionaler Erzählung stets bewusst.
Sein später entstandenes Solo Magda Toffler oder ein Versuch über das Schweigen, in dem er sich ebenfalls seiner Familiengeschichte widmet, ist in diesem Jahr ebenfalls beim Festival Perspectives zu erleben.
Hören Sie sich den Audioflyer zum Stück an, indem Sie auf den Button unter dem Text klicken:
Boris Nikitin, geboren in Basel als Sohn ukrainisch-slowakisch-französisch-jüdischer Einwanderer, bringt authentische Stücke auf die internationalen sowie deutschsprachigen Bühnen der freien Szene. Er ist künstlerischer Leiter des Festivals der dokumentarischen und propagandistischen Künste It’s The Real Thing – Basler Dokumentartage. Seit 2007 setzt er sich mit der Darstellung und Konstruktion von Identität und Realität auseinander. Seine Stücke loten die Grenzen zwischen Illusionstheater und Performance, zwischen Wahrheit und Lüge aus, etwa in Werken wie Imitation of Life (2009) oder How to win friends & influence people (2013)
Mit der Unterstützung von
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Ort
Besetzung
Von und mit Boris Nikitin Produktionsleitung Annett Hardegen Outside Eye Annett Hardegen, Matthias Meppelink, Fabian Schmidtlein
Produktion
Produktion It’s The Real Thing Koproduktion Kaserne Basel, Gessnerallee Zürich, Festival „Spielart“ München, Festival FIT Lugano Mit der Unterstützung von Fachausschuss Tanz & Theater der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft