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Roméo et Juliette
Ballet Preljocaj

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Zehn Jahre nach seinem letzten Besuch beehrt Angelin Preljocaj das Festival Perspectives wieder mit einem großartigen Ballett. Zum 30-jährigen Jubiläum geht die Compagnie des Ballet Preljocaj mit den größten Werken des französischen Choreografen auf Welttournee. Ohne Zweifel ist Roméo et Juliette (Uraufführung 1996) das Ballett, mit dem Angelin Preljocaj seine internationale Karriere begründete. Er nahm sich der berühmtesten Liebesgeschichte der abendländischen Literatur an und schuf mit seiner Interpretation ein zeitgenössisches Meisterwerk von großer Düsternis und Erhabenheit. Ein Kultstück.

Vierundzwanzig junge Tänzer im Zenit ihrer Kunst interpretieren diese epochale Choreografie, in der klassische Inspirationen sich mit zeitgenössischen verbinden. Die getanzten Figuren sind von großer Genauigkeit, die Bewegungen virtuos. Das Ballet Preljocaj, auf dem Höhepunkt seiner großartigen internationalen Karriere angekommen, tanzt hervorragend und mit unermüdlicher Energie.

Angelin Preljocaj präsentiert eine sehr persönliche Lesart der Geschichte der Liebenden aus Verona und wirft uns in eine beunruhigende Welt des Verfalls. Das beeindruckende Bühnenbild des berühmten Zeichners Enki Bilal zeigt eine bedrückende Szenerie des Totalitarismus. Hier gibt es keine Rivalität zweier Familien, sondern den Klassenkampf zwischen einer muskelspielenden, üppig ausgestatteten Miliz mit dem Auftrag, die gesellschaftliche Ordnung aufrechtzuerhalten, und einer verelendenden Bevölkerung, die sich der Militärherrschaft widersetzt. Juliette gehört dem ersten Lager an. Romeo dem der Unterdrückten. Jeder der beiden hat, was dem anderen fehlt. So lieben sie sich mit verbotener Leidenschaft, der niemand Einhalt gebieten kann.

Preljocajs Tanz ist eine Hymne an die Liebe, die Freiheit und den Ungehorsam gegenüber jeglicher Form autoritärer Macht. So ist das Stück heute auf traurige Weise aktuell. Darin liegt die verblüffende Kraft dieses Roméo et Juliette, das universelle Bedeutung erlangt.

Denn immerhin weckt das Ungestüme des jungen Liebespaars einen Hoffnungsschimmer in dieser seltsamen, schaurigen Stadt. Von ihren glanzvollen Duos geht eine ungeheure Zärtlichkeit aus, die wenigstens eine Zeitlang die omnipräsente Gewalt mildert. Denn Preljocaj liebt die Kontraste: Fulminant choreografierte kriegerische Gefechte wechseln sich mit der unschuldigen Romanze ab, schwarze Uniformen stehen im Gegensatz zu den farbigen Schuhen, die das freie Volk trägt, Prokofjews Musik wird von beunruhigenden Klangpassagen des Komponisten Goran Vejvoda unterbrochen…

Roméo et Juliette ist ein zeitgenössisches Ballett von unbestechlicher Schönheit, sein Ausgang – das ist freilich bekannt – ist tragisch. Es erhielt 1997 den französischen Preis Les Victoires de la Musique. Die jungen Tänzer der Compagnie Ballet Preljocaj verhelfen dem Stück mit seiner kraftvollen, prächtigen Choreografie zu neuem Ruhm, gekonnt und sensibel.

Biografie Roméo et Juliette

Pressestimmen

Preljocajs Werk ist eine wundervolle Ode an die Freiheit: Bewegungsfreiheit, Wertefreiheit und individuelle Freiheit.
Elisabeth Feigneux. Radio Londres, 03.01.2016

 


ZEITGENÖSSISCHES BALLET

Deutschlandpremiere

12.05.2016 20:00 Uhr
13.05.2016 20:00 Uhr
14.05.2016 20:00 Uhr
90 Min.
Ab 10 Jahren
Ohne Sprache
E Werk

Stück für 24 Tanzer
Uraufführung 1996 mit dem
Ballet Preljocaj
Choreografie Angelin Preljocaj
Bühnenbild Enki Bilal
Kostüme Enki Bilal & Fred Sathal
Musik Serge Prokofiev, Roméo et Juliette
Ton Goran Vejvoda
Licht Jacques Chatelet
Mit Redi Shtylla (Roméo), Virginie Caussin (Juliette), Marius Delcourt (Tybalt), Liam Warren (Mercutio) , Margaux Coucharrière (nourrice), Verity Jacobsen (nourrice), Sergi Amoros (Le prêtre),Leonardo Cremaschi,Antoine Dubois, Clara Freschel, Lisa Gonzales, Marco Host, Jean-Charles Jousni, Emilie Lalande, Céline Marie, Victor Martinez, Simon Ripert, Fran Sanchez, Nagisa Shiriai,Stéphane Arestan, Natacha Grimaud,Manuela Spera, Anna Tatarova, Cécilia Torres Morrilo
Technische Leitung Luc Corazza
Regie Ton Martin Lecarme
Regie Licht Jean-Bas Nehr
Elektrikerin Laurie Fouvet
Regie Bühne Michel Carbuccia
Bühnenarbeiter Mohamed Benrahou
Kostumverleiherin Martine Hayer
Wiedereinstudierung Youri Aharon Van den Bosch
Probenassistantin Natalia Naidich
Choreologue Dany Lévêque
Koproduktion Théâtre de St Quentin en Yvelines / La Coursive - Scène nationale de la Rochelle / Les Gémeaux - Scène nationale de Sceaux / Théâtre de la Ville (Paris) / Fondation Paris Festival Danse à Aix
Preigekrönte Choreografie bei den Victoires de la Musique 1997
In memoriam Jacques Chatelet



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