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Sélection PERSPECTIVES - das Festival zu Gast im Kino


Anlässlich des 40. Jubiläums des Festival PERSPECTIVES wagen wir etwas Neues: In Kooperation mit dem Kino achteinhalb präsentieren wir bereits vor der offiziellen Festivaleröffnung am 1. Juni erstmalig die Sélection PERSPECTIVES. Die ausgewählten Filme geben einen anderen Einblick in das Thema Bühnenkunst oder aber weisen eine klare Verbindung zum Festival auf.

Was erwartet Euch? Kommt ins Kino 8 ½ und findet es heraus!


Toto le héros (Toto der Held)

https://www.youtube.com/watch?v=eu_tMPA7Bgk

von Jaco Van Dormael, 1991 (B)
91 Minuten, OmU

Donnerstag, 13. April, 20:00 Uhr im Kino 8 ½

Schon seit seiner frühen Kindheit ist Thomas davon überzeugt, bei seiner Geburt vertauscht worden zu sein, und zwar mit dem Nachbarsjungen Alfred, der aus einer wohlhabenderen Familie stammt. In seinem Hospizzimmer lamentiert der alte Toto über sein langweiliges Leben und schmiedet Rachepläne gegen den, der ihm sein Leben gestohlen hat. Voller Bitterkeit erinnert er sich an Momente seiner Kindheit und Jugend. Nun, im hohen Alter, entscheidet er sich, sich seinem ewigen langjährigen Feind zu stellen.

Jaco Van Dormaels erster Spielfilm ist eine tragische Komödie, die sich zwischen dem Jetzt und der Vergangenheit, zwischen Traum und Wirklichkeit, bewegt. Der mit der Goldenen Kamera des Filmfestivals in Cannes ausgezeichnete Film ist wie ein Puzzle, dessen Bilder abwechselnd die Melancholie der Hauptfigur als alter Mann und die bunte Welt der Kindheit zeigen.

Van Dormael erforscht und reflektiert mit einer gewissen Leichtigkeit und traumhaften Poesie einzelne Facetten der menschlichen Existenz.

Im Mai 2013 präsentierte er mit seinem Collectif das Stück Kiss & Cry auf dem Festival.

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Relève : histoire d'une création

copyright_ Falabracks_Emmanuel_Guionet

von Thierry Demaizière und Alban Teurlai, 2016 (F)
110 Minuten, OmU

Donnerstag, 20. April, 20:00 Uhr im Kino 8 ½

RELÈVE dokumentiert den Schaffensprozess von Benjamin Millepieds Eröffnungsstück für das Tanzensemble der Opéra national de Paris (Pariser Staatsoper) Clear, Loud, Bright, Forward von der ersten Idee bis zur Uraufführung. Die beiden Regisseure Thierry Demaizière und Alban Teurlai begleiten den Choreografen und sein Team auf Schritt und Tritt bei der Entstehung eines zeitgenössischen Ballettstücks. Der Film ermöglicht intime Einblicke in die Gedankenwelt eines Künstlers und lässt uns der Premiere entgegenfiebern. Der Tänzer und Choreograf Benjamin Millepied, bekannt geworden mit seiner Choreografie für den oscarprämierten Film Black Swan, war von 2014 bis 2016 Direktor des Balletts der Pariser Staatsoper. Während seiner Zeit dort hinterfragte er einige der Gepflogenheiten dieser Institution. Mit seiner jugendlichen Energie und seinen modernen Ansichten will er etwas Neues wagen.

RELÈVE erlaubt uns einen seltenen Blick hinter die Kulissen der Staatsoper in dieser aufregenden Zeit. Wir sind hautnah bei den Proben dabei, erleben den Alltag der Tänzer samt Erfolgserlebnissen und Tiefschlägen. Die Kamera wirkt dabei jedoch nie aufdringlich. Das Regie-Duo hatte Zugang bis in die hintersten Ecken der Opéra Garnier und nimmt uns mit auf eine Entdeckungsreise durch das altehrwürdige Gebäude hinein in den Alltag.

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La Fille sur le pont (Die Frau auf der Brücke)

von Patrice Leconte, 1999 (F)
90 Minuten, OmU

Donnerstag, 27. April, 20:00 Uhr im Kino 8 ½

Adèle ist eine junge, orientierungslose Frau, die vom Unglück verfolgt zu sein scheint. Just als sie beschließt, sich von einer Brücke zu stürzen, kommt ihr ein gewisser Gabor zu Hilfe, ein Messerwerfer, der ihr anbietet, seine Showpartnerin zu werden. Gemeinsam erleben der Künstler und seine Zielscheibe das große Glück, aber das Blatt wendet sich, als ihre Wege sich trennen.

Eine dramatische Komödie, von Daniel Auteuil und Vanessa Paradis entwaffnend interpretiert, mit feinsinniger Kameraführung Patrice Lecontes, der sich für schwarz-weiß entschied, sowie einer ergreifenden Filmmusik. Der Film eröffnet mit einem erschütternden Monolog von Vanessa Paradis, in einer einzigen Einstellung gedreht, der niemanden kaltlässt.

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Le Bal - Der Tanzpalast

Le Bal 01
Le Bal 05

von Ettore Scola, 1983 (I/F/Algerien)
112 Minuten, OmU

Donnerstag, 4. Mai, 20:00 Uhr im Kino 8 ½

In Ettore Scolas weltweit ausgezeichnetem Film wird während der gesamten 112 Minuten keine einzige Dialogzeile gesprochen. Scola lässt in einem Pariser Tanzcafé 50 Jahre französischer Geschichte nur mittels Tanz und Musik lebendig werden. Neun Frauen und Männer betreten zu Beginn den Tanzsaal und verteilen sich an verschiedene Tische. Durch Choreographien und augenfällige Charakterzeichnungen führt der Film von der Gründung der Front populaire 1936 in die Zeit der Résistance bis hin zu den Studentenprotesten 1968. Ein meisterhaftes Beispiel für das Potenzial des Filmtons, auch inhaltlich eine Hauptrolle zu übernehmen. [Quelle: deutsches-filminstitut.de]

Ein halbes Jahrhundert wird von Ettore Scola in seiner meisterhaften, einzigartigen Tanzschau gespiegelt (1936, 1940, 1944, 1946, 1956, 1968 und 1983.). Die Handlung spielt sich in einem einzigen Raum ab. Er ist im preziösen Art-Deco-Stil ausgestattet. Da fällt kein gesprochenes Wort und doch geraten Zeitbilder aufs Spiegelparkett der beschwingten Schritte. Im Pariser Ballsaal spiegeln sich 48 Jahre Mode. Damen, die auf den Tanz ihres Lebens warten, werden von Galanen umkreist, gemustert, bewertet, gewählt, aufs Parkett geholt und alleingelassen. Die Prozedur wiederholt sich über die Jahrzehnte hinweg. Stets sind sie wieder da: der alternde Kellner mit dem Tablett, die Damen mit wogenden Formen und fragenden Blicken, die Herren mit aufgeblähtem Gockelgehabe. Der Tanzpalast wird zum Schauplatz sterbender Illusionen und neuer Hoffnungen. Der italienische Regisseur Ettore Scola betreibt visuelle Geschichtsschreibung der besonderen Art. [Quelle: nox.to]

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La Danseuse (Die Tänzerin)

La Danseuse 01_copyright_wildbunch
La Danseuse 01_copyright_wildbunch

von Stéphanie di Giusto, 2016 (F)
108 Minuten, OmU

Dienstag, 9. Mai, 19:00 Uhr im Audimax (Campus Saarbrücken)

Wer hätte gedacht, dass die Tochter eines Rodeoreiters irgendwo aus dem amerikanischen Westen einmal ganz Europa mit ihrem Tanzstil betören würde? Doch genau das schafft Loïe Fuller (Soko), die sich und ihren Körper jeden Abend auf der Bühne des Folies Bergère unter Metern von Seide neu erfindet und dabei das Publikum in ihren Bann zieht. So steigt sie auf zu einer der größten Künstlerinnen in Paris zur Zeit der Belle Epoque, doch der Erfolg fordert seinen Tribut. Ihr immenser Körpereinsatz schwächt sie, doch ihr Perfektionismus treibt sie weiter an. Kraft zieht sie aus der Bewunderung ihrer Verehrer: Der Adlige Louis Dorsay (Gaspard Ulliel) wird zu ihrem Seelenverwandten, während die sanfte Gabrielle (Mélanie Thierry) sie umsorgt und auf dem Boden der Tatsachen hält. Doch als sie die junge Tänzerin Isadora Duncan (Lily-Rose Depp) unter ihre Fittiche nimmt, die sie zwar beflügelt, aber auch schamlos ausnutzt, erkennt Loïe, dass sie den steinigen Weg des Erfolgs bis hin zur Bühne der Pariser Oper nur alleine gehen kann. [Quelle: Filmstarts.de]

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AStA Universität des Saarlandes
Unifilm

In Kooperation mit


Les Premiers, les Derniers (Das Ende ist erst der Anfang)

von Bouli Lanners, 2016 (B/F)
98 Minuten, OmU

Donnerstag, 18. Mai, 20:00 Uhr im Kino 8 ½

Ein Ort am Ende der Welt: Gilou und Cochise sitzen in ihrem Pick-Up und es wirkt, als habe die Straße kein Ende. Ihr Auftrag scheint müßig, denn sie sollen ein verlorenes Handy orten, auf dem sich sensible Informationen befinden. Sie treffen an der Tankstelle eine Frau, mit der sich Cochise anfreundet und bekommen einen wichtigen Ratschlag vom Angestellten eines heruntergekommenen Hotels, doch wirklich voran kommen sie nicht. Gilou und Cochise sind nicht die einzigen, die durch diese gottverlassene Gegend irren. Esther und Willy sind auch da – sehr verliebt und auf der Flucht. Aber vor wem? Und was ist mit dem Mann, der sich Jesus nennt und die passenden Wundmale an den Händen hat, oder dem alten Bestatter? Außerdem ist da noch die Mumie im Schlafsack, von der keiner weiß, wo sie herkommt… [Quelle: Filmstarts.de]

Der Langfilm, der Züge eines Road-Movie aufweist, wurde in fünf Kategorien des belgischen Filmpreises Magritte du cinéma 2017 ausgezeichnet (bester Film, beste Regie (Bouli Lanners), bester Schauspieler in einer weiteren Rolle (David Murgia), bestes Bühnenbild, beste Kostüme).

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Im Anschluss an die Vorführung sind Sie herzlich zu einem Gespräch mit dem Schauspieler David Murgia eingeladen. (PERSPECTIVES 2014, mit Le Signal du promeneur und PERSPECTIVES 2017 mit Rumeur et petits jours, Raoul Collectif)


Die Moskauer Prozesse

http://international-institute.de/die-moskauer-prozesse/
http://international-institute.de/die-moskauer-prozesse/
http://international-institute.de/die-moskauer-prozesse/

von Milo Rau, 2013 (CH)
84 Minuten, OmU

Donnerstag, 25. Mai, 20:00 Uhr im Kino 8 ½

In den Jahren 2003 und 2006 fanden in Moskau die Ausstellungen „Vorsicht! Religion“ und „Verbotene Kunst“ statt. Ihnen wurde vorgeworfen, die Gefühle der orthodoxen Gläubigen verletzt zu haben und sie führten zu großen Schauprozessen. 2012 kam es zu einem dritten Prozess. Angeklagt waren diesmal die Aktivistinnen der Gruppe Pussy Riot wegen eines ein-minütigen Konzerts in der Moskauer Erlöser-Kathedrale. Alle drei Prozesse verliefen nur äußerlich nach rechtstaatlichen Standards. Kirchliche und staatliche Organe arbeiteten reibungslos zusammen, den Zeugen und Experten der Verteidigung wurde kein Gehör geschenkt. Zehn Jahre nach Beginn dieser Ereignisse führte der Schweizer Regisseur und Theaterautor Milo Rau die Prozesse noch einmal durch. Nicht mit Schauspielern sondern mit den Beteiligten und Betroffenen selbst. Nicht nach einem Drehbuch sondern gemäß der russischen Verfassung und gemäß russischem Recht.

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