ØBLÍK

Selten erscheint Seiltanz zugleich so poetisch und so witzig wie in Kuhns turnerisch-künstlerischer Disziplin: dem sogenannten Schlappseil. Darauf ist die junge Künstlerin immer auf der Suche nach Stabilität und Balance. Sogar die beiden A-förmigen Träger werden in ØBLÍK Teil der Inszenierung.

In mehreren Sprachen bedeutet „oblique“ schräg – grafisch, aber auch im übertragenen Sinne ungewöhnlich oder komisch. So entstehen fortwährend neue Schrägen, Zickzacklinien und überraschend skulpturale Ansichten.

Heute ist sie im Zirkuswagen unterwegs und zeigt ihr Können auf internationalen Festivals. Das originelle Kunststück wird bei ihr zur abendfüllenden Erzählung über das Fallen, Aufstehen und Weitermachen: ein solistisches Gesamtkunstwerk. Scheitern gehört in ØBLÍK zur Inszenierung und mitunter setzt die junge Artistin dem Seil sogar eine Clownsnase auf. Voller Humor und Poesie – und im schönsten Sinne schräg.

Theresa Kuhn ist in Karlsruhe und Stuttgart aufgewachsen. Mit 16 Jahren übersiedelte sie nach Bristol an die renommierte Zirkusschule Circomedia. Sie erlernte dort die Kunst des Clowns und des physischen Theaters. 2021 schloss sie ihre Ausbildung im französischen Châlons-en-Champagne am Centre National des Arts du Cirque ab. Ebenso waghalsig wie humorvoll widmet sich Kuhn in ØBLÍK dem Schlappseil, dem sie mit temporären Bau-Installationen und viel Poesie eine Bühne bereitet. Darüber hinaus kooperiert sie in mehreren Projekten mit Maroussia Diaz Verbeke von Le Troisième Cirque, darunter Circus Remake (2024), und arbeitet punktuell in anderen Projekten wie As long as we are here…

Maroussia Diaz Verbèke ist Circografin und Regisseurin. Sie entstammt der Welt des Zirkus, in der sie zunächst als Seilakrobatin ausgebildet wird. Nach ihrer Zeit an der École Nationale des Arts du Cirque in Rosny-sous-Bois sowie am Centre national des arts du cirque entwickelt sie eine eigenständige künstlerische Handschrift an der Schnittstelle von Seil, Luftakrobatik und Dramaturgie. Als Preisträgerin von Jeunes Talents Cirque Europe ist sie Mitautorin von Le Vide, das über 200 Mal in Frankreich und international aufgeführt wurde. 2017 schafft sie mit Circus Remix ein kreisförmiges Solo, das elektronische Musik mit akustischen Archiven verbindet. Als Autorin und Forscherin prägt sie den Begriff der „Circographie“ und denkt den Zirkus als eigene Sprache. Als engagierte Pädagogin begleitet sie junge Künstlerinnen und Künstler und setzt zugleich ihre langfristige künstlerische Forschung fort. Ihr Werdegang ist geprägt von einer lebendigen, spielerischen Suche: der stetigen Neuerfindung der Zirkussprachen.

Europäischer Kulturpark Bliebruck-Reinheim

1 Rue Robert Schuman
F-57200 Bliesbruck

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Circographie Theresa Kuhn & Maroussia Diaz Verbèke Tonmeister Rémi Fox Blick von Außen Rémi Luchez, Sky de Sela, Cecilia Stock, Elodie Royer Assistenz Elena Puchelt, Andrea Cutri Technik Ryan Sauteur Beratung Konstruktion Valentin Steinmann Pedaltechnik Bruno Trachsler Soundberatung Thomas Roussel Verwaltung Louise Enjalbert (PALC), Brice Di Gennaro (Le Troisième Cirque) Vertrieb Valy Martinez Danksagungen Alexander Schmidt, Arnaud Thomas, Bruno Trachsler, Elodie Royer, Matali Crasset, Sabine Kuhn, Thomas Loriaux, Thomas Roussel

Stellvertretende Produktion Le Palc PNC Chalons en Champagne Künstlerische Begleitung & Booking Le Troisième Cirque Koproduktion Cirque Jules Verne PNC Amiens Residenzen Cirk’eole Metz, Lurupina Festival Hamburg, Maison des Métallos Paris, Latitude 50 Pôle des arts du cirque et de la rue Marchin, La Cascade PNC Ardèche, La Transverse Corbigny, Circolito Unterstützung Fonds Transfabrik – fonds franco-allemand pour le spectacle vivant, DRAC Grand Est, DRAC Île-de-France

Preisträger « Écrire pour le Cirque » 2024